Am 13.06.2019 präsentiert die Theater AG des GSG Daun ihr Stück „Alice im Anderland“

Theater AG spielt Stück, mit dem sie Rheinland-Pfalz beim Schultheatertreffen 2019 in Halle repräsentiert

Am 13.06.2019 präsentiert die Theater AG des GSG Daun ihr Stück „Alice im Anderland“ um 19.00 Uhr in der Aula des Gymnasiums. Mit dem Stück tritt die AG zudem am 24.06. beim Landesschultheatertreffen am Pfalztheater in Kaiserslautern auf und wird außerdem im September am Schultheater der Länder den Wettbewerbsbeitrag für Rheinland-Pfalz stellen. Das Schultheater der Länder ist ein bundesweites Festival für Schultheatergruppen aller Schulstufen und Schulformen, das jährlich in einem anderen Bundesland stattfindet. Jedes Bundesland ist mit einer Gruppe vertreten, welche die Impulse des Festivals weiterträgt. Aus jedem Bundesland nominieren Länderjurys drei Gruppen aus den Schulformen Grundschule, Sekundarstufen I und II für die engere Wahl um die Teilnahme am Festival. Eine Bundesjury wählt anschließend jeweils eine Preisträgergruppe pro Bundesland aus. Dieses Jahr wurde die Theater AG des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Daun Preisträger des Landes Rheinland-Pfalz.

Links zum Landesschultheatertreffen: http://www.lstt-rlp.de/?page_id=9

Zum Schultheater der Länder: https://sdl2019.de/

Zum Inhalt des Stücks:

Wer kann schon sagen, was normal und was irr ist? Jahre sind vergangen, seit Alice im Wunderland war... und nun wacht sie in einer vollkommen neuen Welt auf: Traumatisiert findet sie sich in einer Nervenheilanstalt wieder. Neben Ärzten und Schwestern tauchen allerdings auch alte Bekannte auf: Die Grinsekatze, der Hutmacher, das weiße Kaninchen,... aber auch die Herzkönigin führt ihr strenges und unbarmherziges Regiment. Die Figuren erscheinen Alice immer wieder als Zerrbilder in ihrer Phantasie und es ist nicht klar, ob all das nur in ihrem Kopf stattfindet. Das Stück von Stefan Altherr thematisiert viele Probleme wie Sucht, Kriegstraumata, Kindstötung, Verfolgungswahn und den Umgang der Gesellschaft damit. Durch Video- und Lichtinstallationen soll der Zuschauer die Wirklichkeit hinterfragen. Die verschiedenen Ebenen des Spiels verschwimmen und offenbaren einen dualen Charakter, lassen dabei aber offensichtlich, dass man sich eigentlich an einem allen bekannten Ort, in einer Nervenheilanstalt, befindet.

Zur Gruppe:

Die Theater AG des GSG Daun hat eine lange Tradition: Nach Shakespeares „Sommernachtstraum“ im Jahr 2004 folgten zahlreiche bekannte und weniger bekannte Stücke. Den bisher größten Erfolg feierte die AG mit dem Stück „Judenkind“ des Autors Andreas Züll. Die Uraufführung fand 2014 in Daun statt. 2015 spielte die AG „Ist das Kunst oder kann das weg?“ im Forum Daun, 2018 folgte die Produktion „Der Herr der Fliegen“. Die Theater-AG inszeniert zudem alternative Theaterformen wie das Improvisationstheater oder Kleinkunstabende. Zurzeit besteht die AG aus Zurzeit besteht die AG aus rund 20 Mitgliedern aus den Stufen 6 - 12 und wird geleitet von Tanja Finnemann und Volker Weinzheimer.

Trafo – Ideen im Wandel

Trafo - Ideen im Wandel - Kultur unter Leuten auch auf dem Land

Halle? Das ist doch irgendwo im Osten… Und dahin hat man uns eingeladen?

Tatsächlich. Im September begaben sich 7 unerschrockene Mitglieder der Theater AG als Referenten zum Trafo-Ideenkongress nach Halle. Begleitet wurden sie von Frau Finnemann und Herrn Weinzheimer.

Und was genau wollen die jetzt da von uns?

Um die Bevölkerung in Dörfern und kleinen Städten zu stärken, braucht es Ideen und Lösungen. Damit sich die Kultur stärker daran beteiligt, veranstalteten die Kulturstiftung des Bundes und ihr Programm „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“ einen „Ideenkongress zu Kultur, Alltag und Politik auf dem Land“ vom 19. bis 21. September 2018 in Halle (Saale). Eingeladen wurden wir von der „Akademie junges Land“. In Halle sollten wir die Akademie dabei unterstützen, Beteiligungsansätze vorzustellen und die Ideen von Jugendlichen einzubringen.

Um nicht nur über „das Land“ zu sprechen, sondern wirklich mit dessen AkteurInnen zu kommunizieren, war die Tagung interdisziplinär angesetzt. Vom Bienenzüchter über die städtische Kulturbeauftrage bis hin zum Geschäftsführer eines bundesweiten Verbands setzten sich die 400 TeilnehmerInnenaus unterschiedlichsten Interessengruppen zusammen, die ihre Perspektiven und Ansätze miteinander austauschen konnten. Widersprüchliche Positionen und Überzeugungen waren von Veranstalterseite explizit gewünscht.

Für die Teilnehmer der Theater-AG war der Kongress eine tolle und abwechslungsreiche Erfahrung:

Erwachsene, darunter viele Kulturschaffende, Politiker und Pädagogen, waren sehr daran interessiert, aus erster Hand von Jugendlichen zu erfahren, was sie sich für kulturelle Angebote wünschen und vor allem, wie man Jugendliche heute erreichen kann. Teilweise kam es soweit, dass wir uns wie eine besondere Spezies von Aliens fühlten, die gerade auf dem Planeten Erde gelandet waren.

Fazit: Es braucht von Jugendlichen selbst gewählte AnsprechpartnerInnen und selbst entwickelte Angebote!

Theater-AG: Der Herr der Fliegen

Schnell bilden sich auf der Insel zwei sich anfeindende Gruppen, angeführt von Yamur (Leonie Kiefer) und Dan (Florian Theisen)

Herr der Fliegen – Die Insel ist zu klein für 2 Ansichten zu einer Sache


Flughafen Daun. 23 Jugendliche steigen in ein Flugzeug, es donnert, das Licht flackert, Körper zittern, das Flugzeug stürzt ab. Stille. 23 Körper liegen inmitten einer unwirklichen Bühnenlandschaft aus schwarzen Felsen und grünem Pflanzengewucher. So beginnt die aktuelle Inszenierung der Theater-AG des Geschwister-Scholl Gymnasiums, einer Adaption des Romanklassikers „Herr der Fliegen“ von William Golding.
Am Anfang scheint alles in Ordnung zu kommen. Alleine auf einer einsamen Insel, ohne Erwachsene, auf seltsame Weise trotz Flugzeugabsturz unverletzt, finden die Jugendlichen zusammen, wählen eine umsichtige Anführerin (Leonie Kiefer), organisieren sich und ziehen scheinbar an einem Strang. Die einen bauen Hütten, während der eher aggressionsbereite Dan (Florian Theisen) eine Gruppe von Jägern um sich schart, die zur Schweinejagd aufbrechen.
Die geradezu unheimliche Einigkeit des Auftakts wird im Laufe des Stückes unaufhaltsam ins Gegenteil verkehrt, wie dies auch der vermeintliche Spielmacher Peter (Noah Scholtes) in einem Schlüsselmonolog bereits ankündigt. Über die unterschiedlichen Charaktere Dan und Yamurs bricht die Gruppe in zwei Teile: Die Jäger um Dan, getrieben von Körperlichkeit, Ehrgeiz und dem Gefühl, dass es sich doch eigentlich recht gut aushalten lässt auf einer Insel ganz ohne Erwachsene. Und die eher abwartende Gruppe um Yamur, die Entscheidungen lieber durchdenken und auf Rettung warten wollen. Trotzdem kristallisiert sich immer mehr heraus, dass Dan und Yamur beide von Eitelkeit, Stolz und Wille zur Macht angetrieben werden. Alles eskaliert, als eine Gruppe der Jäger das rettende Feuer ausgehen lässt und die Gruppe die Chance verpasst, durch ein Schiff gerettet zu werden.
Als einzige Sympathieträger treten hingegen der Träumer Sebastian (Pepe Barbenheim) und die aufgeweckte Sophie (Johanna Neukirch) hervor. Diese beiden sind es auch, deren Leben im einsetzenden Strudel aus Selbstgerechtigkeit und Gewalt am brutalsten zerstört wird. Doch selbst der Sieg der Jäger und damit der rohen Gewalt läuft ins Leere, kann er doch letztlich die Gemeinschaft der Überlebenden nicht davor retten, zugrunde zu gehen. So endet das Stück wie es begonnen hat: Am Boden liegen die Körper der Jugendlichen, abgestürzt, in den Tod gerissen.

Unter der Regiearbeit von Tanja Finnemann und Volker Weinzheimer entsteht ein verstörendes Vexierspiel, bei dem die Jugendlichen – getrieben von der Hoffnung auf Rettung, den eigenen Ängsten oder dem Rausch der archaischen Jagd – immer wieder neu versuchen zu retten, was noch zu retten ist, und doch letztlich scheitern, weil der Zusammenhalt zwischen den Fingern zerrinnt und letztlich im weißen Sand der Insel versickert.

Die Vorstellung bestach nicht nur durch das kongeniale Spiel des gesamten Ensembles, welches die Leistung der Hauptdarsteller immer wieder unterstrich, auch der stete Wechsel stiller Momente mit brachialer, körperlicher Gewalt schlug das Publikum in seinen Bann. Unterstützt wurde die Theater AG durch eine ausgefeilte Ton- und Lichtregie (Technik-AG des GSG Daun, besonders Demian Ganswin), die das dystopische Geschehen, je länger es währte und je mehr die Gewalt die Oberhand bekam, in immer schmerzhaftere grelle Farben kleidete.
Die Leistung der zwischen 11 und 16 Jährigen war durchweg überragend und zeugte von der intensiven Auseinandersetzung mit dem in sich schweren Stoff, gerade auch durch die vorgeschalteten Mobbingszenen aus dem direkten Lebensumfeld der Schüler, so dass das große Lob des Publikums in der voll besetzten Aula kaum überrascht.