Weltenbrand: Eine szenische Collage über den Ersten Weltkrieg

Das also ist der Krieg“

Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 12 und 13 haben am 16.10.2018 die Veranstaltung „Weltenbrand. Eine szenische Collage über den Ersten Weltkrieg“ in der KUFA in Koblenz besucht.

Bei dem Stück handelt es sich um eine Collage aus Text-, Musik-/Klang und Bildelementen: Passagen des expressionistischen Romans „Heeresbericht“ von Edlef Köppen werden mit der Lyrik August Stramms, Briefen von Soldaten, Alltagssituationen und Fragmenten offizieller Militärkommuniqués kontrastiert. Das Bühnenbild besteht aus Projektionen wechselnder Motive, die sich aus zeitgenössischen Fotos, Feldpostkarten und Bildern von kriegsteilnehmenden Malern (u.a. Otto Dix) zusammensetzen.

Das Stück erlaubte in Ergänzung zu unserem Besuch in Verdun vor wenigen Wochen, das Leid des Krieges in sehr berührender Weise zu erfahren. Die Schülerinnen und Schüler konnten die verschiedenen Perspektiven auf die Ereignisse nachvollziehen und die zeitgenössische Logik erkennen. Ursachen und Folgen des Krieges für ein Individuum traten am Beispiel der Gestalt des Adolf Reisiger plastisch vor Augen. Im Anschluss an die Darbietung bestand die Gelegenheit, mit den Schauspielern Michael Bideller, Oliver Hermann und Markus Voigt ins Gespräch zu kommen und über Intention, Gegenwartsbezug und Entstehungsbedingungen der Collage zu sprechen.

200 Jahre Karl Marx

Am 5. Mai 2018 hat sich der Geburtstag von Karl Marx zum 200. Mal gejährt. Aus diesem Anlass hat eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der MSS 12 und 13 am 06.09.2018 die große Landesausstellung im Rheinischen Landesmuseum und im Stadtmuseum Simeonstift in Trier besucht. Im Landesmuseum konnten die Schülerinnen und Schüler sich mit dem intellektuellen und politischen Werdegang von Marx vertraut machen. Sie gewannen dabei einen Einblick in die Werke des Philosophen, Politökonomen, Journalisten und Revolutionärs und in die Zeit ihres Entstehens. Während der Führung im Stadtmuseum machten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich mit dem Lebensweg von Marx vertraut: Von seiner Kindheit und Jugend in Trier über seine Studienjahre und erste Berufserfahrungen bis zum Exil in London, wo er mehr als die Hälfte seines Lebens verbrachte und im Jahr 1883 starb. Beide Ausstellungsteile machten es möglich, im Unterricht erarbeitetes Wissen zu veranschaulichen und in größere Kontexte einzubetten.

Exkursion nach Verdun

Auf einer zweitägigen Fahrt nach Verdun erleben Schülerinnen und Schüler des GSG Daun das wahre Gesicht des ersten Weltkriegs und blicken hinter die Fassade von Vaterlandsstolz, Siegessicherheit und Kampfeuphorie.
Hören Sie hier einen Audiobericht mit Interview:

Der Französisch-LK und der Geschichts-LK des GSG Daun mit Frau Adam und Herrn Dr. Krämer.

28.08.2018, Verdun (Frankreich).

Nach einer dreistündigen Busfahrt treffen die Schüler des GSG auf den renommierten Fremdenführer Pierre Lenhard, die Gruppe macht den ersten Halt am Beinhaus von Douaumont. Was direkt ins Auge fällt: die ungewöhnliche Form des 137m langen Baus. Von der Mitte des langen Säulenkomplexes ragt ein 46m hoher Turm empor. Lenhard erklärt, die Form des Beinhauses solle den Schaft eines Schwertes darstellen, somit das Symbol eines im Boden versenkten Schwertes aufgreifen, was ein Zeichen für Frieden ist. Auch über dem Eingang zur Säulenhalle befindet sich in großen Buchstaben das Wort „PAX“ („Frieden“).

Wenn man bedenkt, dass sich in der Krypta hauptsächlich Inschriften von französischen Kriegsvermissten befinden und erst seit dem Besuch der Bundeskanzlerin Merkel 2016 Inschriften von deutschen Soldaten erlaubt sind, lässt sich erkennen, dass der Weg zum Frieden doch ein langwieriger Prozess war. Was bei allen Schülern Eindruck hinterlässt, sind die Granitgruften mit den Gebeinen von ca. 130 000 französischen und deutschen Soldaten, die Besucher außerhalb des Beinhauses durch kleine Fenster sehen können.

Das Beinhaus von Verdun als Zeichen des Friedens und als Gedenkstätte.

Erschreckend ist der Gedanke, dass diese Überreste nur einen Bruchteil von den 700 000 toten Soldaten darstellen, denn die restlichen Gefallenen liegen entweder auf dem riesigen Soldatenfriedhof vor dem Beinhaus oder immer noch unter der Erde durch Granatenangriffe begraben.

Der Soldatenfriedhof mit ca. 16000 Einzel- und Gruppengräbern.

Mit Betroffenheit und völlig ruhig blicken die Schüler auf die unendlichen Weiten des Soldatenfriedhofs, Worte sind hier nicht nötig.

Nach diesem bedrückenden Erlebnis begibt sich die Gruppe zum Fort Douaumont. Die Befestigungsanlage befand sich am äußersten Fort-Gürtel der französischen Verteidigungslinie. Sie war daher hart umkämpft und stand zwischenzeitlich auch unter deutscher Besetzung. Beim Betreten des Forts wird den Schülern die Situation der Soldaten im Krieg bewusst. Unter den unterirdischen, feuchten Räumen des Forts befinden sich nicht nur Lazarette und Gemeinschaftsräume, sondern auch die Schlafräume der Männer. Dabei gab es weder Matratzen noch durften die Soldaten ihre Uniformen ablegen.

Ein Einzelfall hinterlässt besonders Eindruck bei den Schülern, als man sich vor dem deutschen Soldatendenkmal versammelt. Herr Lenhard erzählt von Dr. Hallauer, einem deutschen Arzt, der nicht nur deutschen, sondern auch französischen Soldaten das Leben gerettet hat. Doch trotz seiner Dienste wurde er während des Zweiten Weltkriegs in Ausschwitz aufgrund seiner jüdischen Abstammung getötet.

Nicht nur die Soldaten mussten im Krieg um ihr Leben kämpfen; auch die Zivilbevölkerung litt unter den schweren Folgen. So auch das Dorf Fleury, welches bereits nach kurzer Zeit nicht mehr wiederzuerkennen war. Für die Schüler war dieser verlassene Ort besonders eindrucksvoll, weil die Landschaft von Minenkratern durchzogen ist. Die Natur hat sich das Gebiet bereits weitestgehend zurückgeholt, nur einige Soldatendenkmäler und eine Kapelle weisen noch auf die schrecklichen Geschehen im Jahre 1916 hin.

Die Kapelle in Fleury als Denkmal.

Am folgenden Tag führt Pierre Lenhard die Gruppe in die Minen von Vauquois, wo der Krieg außergewöhnlicher Weise unter der Erde ausgefochten wurde.

In einem insgesamt 22km langen Stollensytem lebten und kämpften unter schwersten Bedingungen rund um die Uhr sowohl französische als auch deutsche Soldaten im Ersten Weltkrieg. Dabei war es das einzige Ziel, schneller und tiefer als der Feind zu graben, um die feindlichen Stollen von unten überraschend zu sprengen und dabei die Feinde zu vernichten. Auch hier ist die Landschaft über den Minen vom Krieg gezeichnet und die Krater zeigen die tiefen Narben der Schlachten, die nicht nur in Vauquois, sondern auch im gesamten ehemaligen Kriegsgebiet ihre Spuren hinterließen.

Diesen Spuren sind die Schüler mit Respekt und Ehrfurcht gefolgt.

Als Ausdruck seiner Gefühle verfasste ein Schüler der Gruppe Folgendes:

Verdun

Inmitten eines Waldes;

Da lag ein kleines Dorf.

Nicht viel gab’s dort zu sehen,

Bloß der Natur Torf.

Wo früher war die Siedlung,

Da ist heut‘ gar nichts mehr.

Nur Tote und paar Krater

In einem Trümmermeer.

Nicht weit davon entfernt,

Nur’n paar Minuten fort,

Ruh’n hunderttausend Tote,

All ohne Grund gemord’t.

Die Toten, ja, die spür’n nichts mehr,

Unweit von dort das Trümmermeer,

Mal hier, mal dort ragt das Gewehr

Aus Mutter Erde in die Leer‘.

(Jonas Klein)

Letztendlich konnten die Schüler einen eigenen Eindruck gewinnen, der noch lange im Gedächtnis bleiben wird und die Schreckensseiten des Krieges nie vergessen lässt.

Verfasser: Marius Willems, Boris Tolstich, Sophie Freis

Geschwister-Scholl-Gedenktag

Das Geschwister Scholl Gymnasium Daun gedenkt seiner Namenspatrone

Der 22. Februar stellt für die Schulgemeinschaft des Geschwister- Scholl- Gymnasiums Daun ein besonderes Datum dar, wurden doch an diesem Tag im Jahre 1943 die Namenspatrone der Schule Hans und Sophie Scholl vom Präsidenten des Volksgerichtshofs Roland Freisler zum Tode verurteilt und noch am selben Tag hingerichtet. Der mutigen Erhebung junger Studenten gegen die Verbrechen des Hitlerregimes ein angemessenes Gedenken durch ein umfangreiches Programm zu bereiten, war zum 75. Jubiläum des Todestages Aufgabe und Ansporn für die Schülerschaft und das Kollegium des GSG. Den Auftakt hierzu bildete eine bewegende Gedenkveranstaltung, in der an das Leben und Wirken der Geschwister Scholl erinnert wurde. Dabei waren das gemeinsame Singen des Liedes „Die Gedanken sind frei“ durch die ganze Schulgemeinschaft, der Vortrag und die szenische Darstellung des Lebens der Sophie Scholl durch Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 13, zentrale Bestandteile dieser Feier. Diese Gedenkveranstaltung bildete auch den passsenden Rahmen für die offizielle Aufnahme der Schule in das bundesweite Netzwerk „Schule gegen Rassismus- Schule mit Courage“. Bei einer Unterschriftenaktion unterzeichneten fast 90 Prozent der Schulgemeinschaft eine Selbstverpflichtung, mit der man sich zum Einschreiten gegen jegliche Form von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, bekennt. Zudem verpflichtet sich das GSG damit dazu, regelmäßig Projekte zu diesem Thema durchzuführen. Als Pate konnte man für dieses Projekt den Schauspieler und Leiter der Eifel- Kulturtage Rainer Laupichler gewinnen. Der ehemalige GSG-Schüler erzählte in seinem Grußwort eindrucksvoll von seinen persönlichen Erfahrungen mit Vorurteilen und davon, wie diese überwunden werden können. Er warnte, ebenso wie Schulleiter Klaus Weber, scheinbar einfachen Lösungen für schwierige Probleme zu folgen. Hiernach konnten die Schüler in unterschiedlicher Weise die gewonnenen Eindrücke vertiefen. So besuchten die Klassenstufen 8-10 die innovative Inszenierung des Theaterstücks „ Sophie Scholl“, in der das Kulturlabor Trier zeigte, wie aus einer von der Hitlerjugend begeisterten Schülerin durch ihre Bereitschaft, mit offenen Augen die Welt zu betrachten, die Widerstandskämpferin Sophie Scholl wurde. Diese Bereitschaft zu fördern, war auch Ziel der Projekte in den Jahrgangsstufen 5 und 6, in denen vermittelt wurde, dass durch persönlichen Einsatz dem Vorbild der Geschwister Scholl auch im Kleinen gefolgt werden kann. Mit einer ähnlichen Botschaft setzten sich auch die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 7 auseinander, indem sie sich mit dem Film „Napola“ beschäftigten. Die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe beschäftigten sich sowohl mit als „entartet“ gebrandmarkten Kulturgütern im Bereich der Kunst und Musik andererseits war der Umgang mit Systemgegnern ein Schwerpunkt. Hierbei vermittelten Hr, Richtscheid vom Emil-Frank-Institut in Wittlich sowie Hr. Mertes und Hr. Reinhard von der KZ-Gedenkstätte Hinzert in abwechslungsreichen Workshops ihr umfangreiches Wissen. Darüber hinaus beschäftigten sich die Geschichtsleistungskurse 11 und 13 in unterschiedlicher Weise mit den Geschwistern Scholl: Hierbei ging es einerseits um die filmische Rezeption von Hans und Sophie Scholl anhand ausgewählter Sequenzen einer Fernsehdokumentation. Weitere Gruppen untersuchten im Längsschnitt von 1960 bis heute die Aufbereitung der Themen „Geschwister Scholl“ und „Widerstand“ in Schulbüchern und beschäftigten sich mit der Rezeptionsgeschichte der „Weißen Rose“ in der historischen Forschung und in überregionalen Tageszeitungen und führten überdies Zeitzeugeninterviews durch. Mit dieser Veranstaltung hat die Schulgemeinschaft des Geschwister Scholl Gymnasiums eindrucksvoll bewiesen, dass Hans und Sophie Scholls Werte weiterleben, obwohl sie vor 75 Jahren hingerichtet wurden.