Exkursion nach Verdun

Auf einer zweitägigen Fahrt nach Verdun erleben Schülerinnen und Schüler des GSG Daun das wahre Gesicht des ersten Weltkriegs und blicken hinter die Fassade von Vaterlandsstolz, Siegessicherheit und Kampfeuphorie.
Hören Sie hier einen Audiobericht mit Interview:

Der Französisch-LK und der Geschichts-LK des GSG Daun mit Frau Adam und Herrn Dr. Krämer.

28.08.2018, Verdun (Frankreich).

Nach einer dreistündigen Busfahrt treffen die Schüler des GSG auf den renommierten Fremdenführer Pierre Lenhard, die Gruppe macht den ersten Halt am Beinhaus von Douaumont. Was direkt ins Auge fällt: die ungewöhnliche Form des 137m langen Baus. Von der Mitte des langen Säulenkomplexes ragt ein 46m hoher Turm empor. Lenhard erklärt, die Form des Beinhauses solle den Schaft eines Schwertes darstellen, somit das Symbol eines im Boden versenkten Schwertes aufgreifen, was ein Zeichen für Frieden ist. Auch über dem Eingang zur Säulenhalle befindet sich in großen Buchstaben das Wort „PAX“ („Frieden“).

Wenn man bedenkt, dass sich in der Krypta hauptsächlich Inschriften von französischen Kriegsvermissten befinden und erst seit dem Besuch der Bundeskanzlerin Merkel 2016 Inschriften von deutschen Soldaten erlaubt sind, lässt sich erkennen, dass der Weg zum Frieden doch ein langwieriger Prozess war. Was bei allen Schülern Eindruck hinterlässt, sind die Granitgruften mit den Gebeinen von ca. 130 000 französischen und deutschen Soldaten, die Besucher außerhalb des Beinhauses durch kleine Fenster sehen können.

Das Beinhaus von Verdun als Zeichen des Friedens und als Gedenkstätte.

Erschreckend ist der Gedanke, dass diese Überreste nur einen Bruchteil von den 700 000 toten Soldaten darstellen, denn die restlichen Gefallenen liegen entweder auf dem riesigen Soldatenfriedhof vor dem Beinhaus oder immer noch unter der Erde durch Granatenangriffe begraben.

Der Soldatenfriedhof mit ca. 16000 Einzel- und Gruppengräbern.

Mit Betroffenheit und völlig ruhig blicken die Schüler auf die unendlichen Weiten des Soldatenfriedhofs, Worte sind hier nicht nötig.

Nach diesem bedrückenden Erlebnis begibt sich die Gruppe zum Fort Douaumont. Die Befestigungsanlage befand sich am äußersten Fort-Gürtel der französischen Verteidigungslinie. Sie war daher hart umkämpft und stand zwischenzeitlich auch unter deutscher Besetzung. Beim Betreten des Forts wird den Schülern die Situation der Soldaten im Krieg bewusst. Unter den unterirdischen, feuchten Räumen des Forts befinden sich nicht nur Lazarette und Gemeinschaftsräume, sondern auch die Schlafräume der Männer. Dabei gab es weder Matratzen noch durften die Soldaten ihre Uniformen ablegen.

Ein Einzelfall hinterlässt besonders Eindruck bei den Schülern, als man sich vor dem deutschen Soldatendenkmal versammelt. Herr Lenhard erzählt von Dr. Hallauer, einem deutschen Arzt, der nicht nur deutschen, sondern auch französischen Soldaten das Leben gerettet hat. Doch trotz seiner Dienste wurde er während des Zweiten Weltkriegs in Ausschwitz aufgrund seiner jüdischen Abstammung getötet.

Nicht nur die Soldaten mussten im Krieg um ihr Leben kämpfen; auch die Zivilbevölkerung litt unter den schweren Folgen. So auch das Dorf Fleury, welches bereits nach kurzer Zeit nicht mehr wiederzuerkennen war. Für die Schüler war dieser verlassene Ort besonders eindrucksvoll, weil die Landschaft von Minenkratern durchzogen ist. Die Natur hat sich das Gebiet bereits weitestgehend zurückgeholt, nur einige Soldatendenkmäler und eine Kapelle weisen noch auf die schrecklichen Geschehen im Jahre 1916 hin.

Die Kapelle in Fleury als Denkmal.

Am folgenden Tag führt Pierre Lenhard die Gruppe in die Minen von Vauquois, wo der Krieg außergewöhnlicher Weise unter der Erde ausgefochten wurde.

In einem insgesamt 22km langen Stollensytem lebten und kämpften unter schwersten Bedingungen rund um die Uhr sowohl französische als auch deutsche Soldaten im Ersten Weltkrieg. Dabei war es das einzige Ziel, schneller und tiefer als der Feind zu graben, um die feindlichen Stollen von unten überraschend zu sprengen und dabei die Feinde zu vernichten. Auch hier ist die Landschaft über den Minen vom Krieg gezeichnet und die Krater zeigen die tiefen Narben der Schlachten, die nicht nur in Vauquois, sondern auch im gesamten ehemaligen Kriegsgebiet ihre Spuren hinterließen.

Diesen Spuren sind die Schüler mit Respekt und Ehrfurcht gefolgt.

Als Ausdruck seiner Gefühle verfasste ein Schüler der Gruppe Folgendes:

Verdun

Inmitten eines Waldes;

Da lag ein kleines Dorf.

Nicht viel gab’s dort zu sehen,

Bloß der Natur Torf.

Wo früher war die Siedlung,

Da ist heut‘ gar nichts mehr.

Nur Tote und paar Krater

In einem Trümmermeer.

Nicht weit davon entfernt,

Nur’n paar Minuten fort,

Ruh’n hunderttausend Tote,

All ohne Grund gemord’t.

Die Toten, ja, die spür’n nichts mehr,

Unweit von dort das Trümmermeer,

Mal hier, mal dort ragt das Gewehr

Aus Mutter Erde in die Leer‘.

(Jonas Klein)

Letztendlich konnten die Schüler einen eigenen Eindruck gewinnen, der noch lange im Gedächtnis bleiben wird und die Schreckensseiten des Krieges nie vergessen lässt.

Verfasser: Marius Willems, Boris Tolstich, Sophie Freis

Erfolg beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen

Beim diesjährigen Bundeswettbewerb Fremdsprachen erlangte eine Gruppe aus zehn Schülerinnen der Klasse 7b den zweiten Platz im Gruppenwettbewerb. So gelang es Louisa Ramler, Nele Klotz, Anne Meurer, Paula Unger, Katharina März, Antonia Krämer, Mia Schmitz, Lina Becker, Emily Thömmes und Jule Ramler, sich mit ihrem selbst geschriebenen Kurzvideo in französischer Sprache als einzige siebte Klasse gegen ansonsten ausschließlich teilnehmende neunte und zehnte Klassen durchzusetzen. Im andächtigen Ambiente des Großen Sitzungssaales der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier fand am 30. Mai die Preisverleihung statt, die thematisch passend vom Streichorchester des Gymnasiums Saarburg begleitet wurde. Mit großem Stolz nahmen drei Schülerinnen stellvertretend das Preisgeld von insgesamt 150€ und für jede Teilnehmerin einen kleinen Sachpreis entgegen. So lässt sich mit großer Erwartung auf das nächste Schuljahr blicken, denn es gibt ja noch Luft nach oben. In diesem Sinne… Bonne chance!