Kurs „Darstellendes Spiel“ der MSS 12 begeistert Zuschauer

Social Media und Trash TV am GSG

Es war ein rundum gelungener Abend, den die Schülerinnen und Schüler des Kurses „Darstellendes Spiel“ der MSS 12 des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Daun in Eigenregie auf die Bühne brachten. So wurden an einem Abend zwei selbstgeschriebene Stück gezeigt, die sich mit der Thematik des Medienwahnsinns unserer Zeit auseinandersetzen. Eine Schülergruppe zeigt mit „#Fame“ ein Stück, in dem auf unterhaltsame, aber auch nachdenklich stimmende Art- und Weise der Schönheitswahn auf Instagram reflektiert wurde. In dem Stück ging es darum, dass eine schulische Außenseiterin es nur schafft, sich geschätzt und wertvoll zu fühlen, nachdem sie einen Account geschaffen hat, der rasch die Aufmerksamkeit ihrer Mitschüler auf sich zieht. Auch die Lehrer stehen dem hilflos gegenüber und am Ende bleibt die Frage offen, wieviel Social Media denn nun wirklich gut für das eigene Selbstbewusstsein ist. Bemerkenswert an diesem Stück waren vor allem die Regieideen, die durch Lea Weingart und Lea-Sophie Stolz (beide MSS 12) unter Anleitung ihrer Lehrerin, Tanja Finnemann, umgesetzt wurden. So wurde mit einer Schattenwand gearbeitet, die immer wieder Shootings und den Schönheitswahn bei Instagram reflektierte. Nach der Pause ging es weiter mit dem Stück „Der Bitchelor“ unter Regie von Celine Brückner. 7 märchenhafte Kandidaten/innen traten an, um das Herz des Rumpel... äh Bitchelors (überzeugend verkörpert durch Leon Schenk) zu gewinnen. Eine gute Fee (herrlich verrückt: Hannah Willms) führte gut gelaunt durch die Show und es war wirklich erfrischend mitzuerleben, wie eine Kandidatin nach der anderen die Sendung verlassen musste, ehe der Publikumsliebling, Rotkäppchen (erfrischend sympathisch gespielt von Anna Koch), letztendlich das Rennen machte und sogar die Prinzessin auf der Erbse und die böse Königin aus dem Rennen warf. Trotz aller Lacher, die die pointiert geschriebene Komödie beim Publikum provozierte, gab es auch in diesem Stück immer wieder Momente, die nachdenklich stimmten und zur Reflektion des eigenen Fernsehkonsums anregten. Kurzum: Der Abend hat sich wirklich gelohnt und zeigte einmal mehr, welch beeindruckendes Talent der Kurs „Darstellendes Spiel“ mit viel Engagement und Herzblut auf die Bühne bringt. Unterstützt und abgerundet wurde das Erlebnis durch die hervorragende Arbeit der Technik AG unter Leitung von Volker Weinzheimer.

 

Social Media und Trash TV am GSG

Es war ein rundum gelungener Abend, den die Schülerinnen und Schüler des Kurses „Darstellendes Spiel“ der MSS 12 des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Daun in Eigenregie auf die Bühne brachten. So wurden an einem Abend zwei selbstgeschriebene Stück gezeigt, die sich mit der Thematik des Medienwahnsinns unserer Zeit auseinandersetzen. Eine Schülergruppe zeigt mit „#Fame“ ein Stück, in dem auf unterhaltsame, aber auch nachdenklich stimmende Art- und Weise der Schönheitswahn auf Instagram reflektiert wurde. In dem Stück ging es darum, dass eine schulische Außenseiterin es nur schafft, sich geschätzt und wertvoll zu fühlen, nachdem sie einen Account geschaffen hat, der rasch die Aufmerksamkeit ihrer Mitschüler auf sich zieht. Auch die Lehrer stehen dem hilflos gegenüber und am Ende bleibt die Frage offen, wieviel Social Media denn nun wirklich gut für das eigene Selbstbewusstsein ist. Bemerkenswert an diesem Stück waren vor allem die Regieideen, die durch Lea Weingart und Lea-Sophie Stolz (beide MSS 12) unter Anleitung ihrer Lehrerin, Tanja Finnemann, umgesetzt wurden. So wurde mit einer Schattenwand gearbeitet, die immer wieder Shootings und den Schönheitswahn bei Instagram reflektierte. Nach der Pause ging es weiter mit dem Stück „Der Bitchelor“ unter Regie von Celine Brückner. 7 märchenhafte Kandidaten/innen traten an, um das Herz des Rumpel... äh Bitchelors (überzeugend verkörpert durch Leon Schenk) zu gewinnen. Eine gute Fee (herrlich verrückt: Hannah Willms) führte gut gelaunt durch die Show und es war wirklich erfrischend mitzuerleben, wie eine Kandidatin nach der anderen die Sendung verlassen musste, ehe der Publikumsliebling, Rotkäppchen (erfrischend sympathisch gespielt von Anna Koch), letztendlich das Rennen machte und sogar die Prinzessin auf der Erbse und die böse Königin aus dem Rennen warf. Trotz aller Lacher, die die pointiert geschriebene Komödie beim Publikum provozierte, gab es auch in diesem Stück immer wieder Momente, die nachdenklich stimmten und zur Reflektion des eigenen Fernsehkonsums anregten. Kurzum: Der Abend hat sich wirklich gelohnt und zeigte einmal mehr, welch beeindruckendes Talent der Kurs „Darstellendes Spiel“ mit viel Engagement und Herzblut auf die Bühne bringt. Unterstützt und abgerundet wurde das Erlebnis durch die hervorragende Arbeit der Technik AG unter Leitung von Volker Weinzheimer.

 

Die Physiker zu Besuch in Daun

Verrückt - aber weise!

Am vergangenen Dienstagabend war das Trierer Katz-Theater für die siebte, und damit letzte, Aufführung von Friedrich Dürrenmatts „Die Physiker“ zu Besuch am Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG) in Daun. Tanja Finnemann, Regisseurin und gleichzeitig Lehrerin am GSG, brachte diese Neuinterpretation direkt aus der Tuchfabrik raus aufs Land und ermöglichte somit diese einmalige Vorstellung. Unterstützt wurde das Theaterensemble dieses Mal sowohl von der Technik-AG (unter Leitung von Volker Weinzheimer), als auch vom Kurs „Darstellendes Spiel“ der MSS 12. Bereits am Einlass wurden die Besucher von skurril gekleideten und lauten Schülerinnen begrüßt, nach ihren Krankenkassenkarten, welche zufälligerweise eine starke Ähnlichkeit mit den Eintrittskarten vorwiesen, gefragt, und energisch auf ihre Plätze verwiesen.

Mit Trump-Zitaten und Merkel-Rauten wurde die eigentliche Vorstellung dann eingeleitet, was Dürrenmatts moderner Klassiker von Beginn an in ein aktuelles Licht rückte und dessen Zeitlosigkeit andeutete. Der Zuschauer fand sich in dem privaten Sanatorium „Les Cerisiers“ wieder, in dem nun schon zum zweiten Mal eine Krankenschwester einem kaltblütigen Mord – manche würden behaupten, es sei ein Unglücksfall gewesen – durch einen der drei Patienten zum Opfer fiel. Zwei der Patienten geben vor, sich für die berühmten Physiker Albert Einstein und Sir Isaac Newton zu halten. Dem dritten Physiker in der Runde, Johann Wilhelm Möbius, erscheine angeblich immer wieder der König Salomo. Nach und nach stellt sich jedoch heraus, dass die tatsächlich verrückte Leiterin der Anstalt, Fräulein Doktor Mathilde von Zahnd, die, von Möbius entwickelte, Weltformel nutzen möchte, um die Weltherrschaft an sich zu reißen.

Mit stark überspielten Figuren, viel Humor und gelegentlichen Tanzeinlagen wurde eine ausgelassene und nicht minder groteske Atmosphäre kreiert. Die eigentliche Ernsthaftigkeit dieser Komödie wurde erst wieder zum Ende hinaus deutlich spürbar, als die Rolle der Wissenschaft im gesellschaftlichen, aber vor allem politischen, Diskurs hinterfragt wurde. Tanja Finnemann dazu: „Dürrenmatts Physiker zählen zu den bedeutendsten Werken der deutschen Literatur. Dieses Stück auf die Bühne zu bringen, war durch die politische Brisanz eine große Herausforderung, aber auch ein immenser Spaß.  Durch ein schrilles Bühnenbild und einen charismatischen Chor wird die Aktualität dieser Thematik nochmal hervorgehoben.“

Sollte in Zeiten von Trump, Putin und Kim Jong-un die Wissenschaft freiheitlich ihre Ergebnisse in die Hände der gesamten Öffentlichkeit legen oder besitzt sie die Pflicht sich ideologisch einer Machtposition zuzuordnen? Inwiefern können WissenschaftlerInnen ihre Arbeit zu Gunsten der Menschheit eben dieser unterordnen und welchen Preis müssen sie dafür zahlen? Mit diesen Fragestellungen und einer gehörigen Portion Gänsehaut verließen die SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen die Vorstellung. Insgesamt lässt sich die Aufführung wohl am besten mit den gleichen Worten zusammenfassen, wie zuvor schon die Physiker beschrieben wurden: „Verrückt aber weise.“

Doppelte Premiere am GSG

Musisches Fach „Darstellendes Spiel“ führt experimentelles Theater als Szenencollage zu Frank Wedekinds Drama „Frühlings Erwachen“ auf. Gleich zwei erfolgreiche Premieren feierte das Geschwister-Scholl-Gymnasium Daun an einem Abend. Der erste Kurs „Darstellendes Spiel“ der MSS11 zeigte im Rahmen des neu eingeführten Faches eine selbst geschriebene und inszenierte Szenencollage, angelehnt an die Thematik von Wedekinds Kindertragödie „Frühlings Erwachen“. Darstellendes Spiel ist seit diesem Jahr ein Unterrichtsfach in der Oberstufe am GSG Daun, das man auch als Prüfungsfach im Abitur wählen kann. Dass sich das neue Fach „Darstellendes Spiel“ unter den Schülern und Schülerinnen großer Beliebtheit erfreut, davon konnte sich das Publikum während der experimentellen Theateraufführung unter Gesamtleitung von Lehrerin Tanja Finnemann einen bemerkenswerten ersten Eindruck verschaffen. Die Schülerinnen und Schüler des Kurses präsentierten im Rahmen des sehr kurzweiligen Abends Ergebnisse aus der Unterrichtsarbeit des vergangenen Halbjahres. Der Unterricht im Fach DS, so die Kurzform, unterscheidet sich in einigen Bereichen vom „normalen“ Unterrichtsalltag. Jede Stunde beginnt mit einem Warm-Up für Körper und Stimme. Der inhaltliche Schwerpunkt der Stunde bestimmt das weitere Vorgehen, wobei in Theorie und Praxis untersucht wird, welche sogenannten theatralen Mittel es gibt und wie man sie in der szenischen Arbeit einsetzen kann. In Gruppenarbeit werden anschließend Szenen entwickelt, präsentiert und nach einem Feedback durch den Gesamtkurs überarbeitet. Hierbei wird vor allem die Teamfähigkeit geschult und die Arbeit in Gruppen baut Hemmschwellen ab. Am Ende steht die Leistungsbewertung wie bei jedem Schulfach, schriftliche Klausuren für den theoretischen Teil, mündliche Prüfungen, wenn ein spielpraktischer Teil dabei ist, etwa um den Verfremdungseffekt in Bertolt Brechts epischem Theater darzustellen. Der Schwerpunkt der Unterrichtsarbeit des vergangenen Halbjahres lag in der Beschäftigung mit dem Drama „Frühlings Erwachen“. Wedekinds Kindertragödie  aus dem Jahr 1891 geht Fragen nach, die in ihrem Inhalt zeitlos sind und im Verlauf des Abends die Inhalte der Szenencollage bestimmen: Der Kurs greift die Schicksale dreier Schüler heraus: Zum Beispiel das der Wendla Bergmann, die nicht von ihrer Mutter aufgeklärt wird, was ihr später zum Verhängnis wird; das von Moritz, der durch den Leistungsdruck der Eltern und der Schule überfordert ist und schließlich das Melchiors, der von einer sehr liberalen Mutter vernünftig und tolerant erzogen wird und mit diesem fortschrittlichen Denken überall aneckt. Auf humorvolle und auch nachdenklich machende Art und Weise zeigen die Schülerinnen und Schüler eindrucksvoll, wie die Jugendlichen in Wedekinds Stück mit der Intoleranz einer grotesk überzeichneten Erwachsenenwelt umgehen und in einer ergreifenden Rede macht Lea-Sophie Stolz am Ende des Stückes klar, dass „Jeder von uns im Stande ist, Dinge zu verwirklichen, die kaum zu glauben sind“.